Fernarbeit und Chronotypen: die Möglichkeit, in Ihrem eigenen Tempo zu leben

Mis à jour : mai 9

Mit einer Entwicklung, die propagiert, aber kaum umgesetzt wurde, erlebt die Fernarbeit derzeit wegen des Coronavirus eine ihrer schönsten Stunden. Wenn es für den Uneingeweihten in den letzten Tagen trotz der vielen digitalen Mittel, die uns zur Verfügung stehen, einige Zeit gedauert hat, sich an diese Praxis zu gewöhnen, kommen wir allmählich in eine gewisse Routine. Es kann gefährlich sein, wenn wir es nicht voll ausnutzen, oder es kann eine Chance sein, wenn wir wissen, wie wir das Beste daraus machen können.


Vor und nach 1884


Seit 1884 und der Industrialisierung leben die Menschen mit drei Uhren in ständigem Konflikt. Da ist zunächst die soziale Uhr, die wir alle kennen und für die unser Land wahrscheinlich der beste Vertreter der Welt ist. Dann gibt es die ältere, die mit der Sonne verbunden ist, und schliesslich die am wenigsten bekannte, wenn auch viel untersuchte, unsere innere Uhr. Vor dem 19. Jahrhundert waren die von der Sonne dargestellte Uhr und die gesellschaftliche Uhr aufeinander abgestimmt und infolgedessen war auch die interne Uhr im Gleichgewicht. Jetzt haben künstliches Licht, gesellschaftliche Zeitpläne, die für die meisten Menschen ungeeignet sind, und Bildschirme, die den Überblick erschweren. Angesichts des technologischen Fortschritts, der Globalisierung und unserer unausgewogenen Zeitzonen scheint es unvorstellbar, dass unsere Gesellschaft jemals wieder in ihren früheren natürlichen Zustand zurückkehren wird. Heimarbeit, die sowohl Freiheit als auch Selbstverantwortung mit sich bringt, ist jedoch eine Gelegenheit, unsere innere Uhr durch Chronobiologie zu regulieren.



Chronobiologie


Ohne Zeitbeschränkungen oder Morgenbesprechungen kann die Fernarbeit verwirrend sein, weil es praktisch keine Struktur mehr gibt und wir das Tempo unserer Tage selbst bestimmen können. Wir könnten versuchen, den gewohnten Rhythmus beizubehalten und ihn an den Rhythmus unserer Kinder oder Älteren anzupassen, die uns brauchen. Oder im Gegenteil, uns ganz gehen zu lassen und zu sehen, was passiert, mit der Idee, dass wir im Nachhinein alles wieder ausgleichen können.


Wenn wir a priori den Eindruck haben, dass wir eine Wahl haben und, dass diese Wahl keine Folgen haben wird, dann ist dies nicht der Fall. Die Bedeutung des Schlafes für die Verarbeitung der am Vortag empfangenen Informationen, die gesundheitlichen Folgen eines unangemessenen Tagesrhythmus und die Leistungssteigerung durch die Synchronisation der "drei Uhren" sind durch unzählige Studien belegt.


Tatsächlich hat jeder Mensch "Uhren-Gene" und Zellen, die seinen idealen Rhythmus bestimmen. Dies wird natürlich durch Gewohnheiten, Alter, Ernährung und Verpflichtungen beeinflusst, aber die Unterschiede bleiben bestehen. Es ist also klar, dass die Arbeit von zu Hause aus ohne Terminzwang eine Gelegenheit ist, das Tempo an den eigenen Chronotyp anzupassen, was die Stimmung, Konzentration, Leistung und Gesundheit verbessert. Wie aus der nebenstehenden Grafik ersichtlich ist, können letztere von Mensch zu Mensch so stark variieren, dass im Extremfall manche Menschen aufwachen, wenn andere zu Bett gehen:



Was die durchschnittliche Schlafzeit betrifft, so hängt sie wiederum von jedem Einzelnen ab. Es wird daher davon ausgegangen, dass sie nach den gleichen Kriterien wie bisher zwischen 6 und 9 Stunden variieren kann. Dies ist eine wichtige Information, denn wenn wir unsere Schlafzeit überschreiten, ist das gesamte innere Funktionieren gestört. Wir werden dann noch müder sein, als wenn wir nicht geschlafen hätten, und das ist auch ungesund für den Körper. Natürlich gilt das Gleiche, wenn es uns an Schlaf mangelt, dies ist aber sichtbarer.


Die Möglichkeit des Überschlafens ist eine der Folgen des Ungleichgewichts zwischen der sozialen Uhr und der Sonnenuhr. Die Vorhänge offen zu lassen, um das Morgenlicht hereinzulassen, ist eine gute Möglichkeit, diese Hypothese zu testen. Dasselbe gilt nachts. Obwohl es viele Gründe dafür gibt, dass die Nutzung von Smartphones und anderen devices Sie wachhält und das Einschlafen erschwert, der wichtigste Grund ist, dass sie so genanntes "blaues Licht" ausstrahlen. Unser Körper ist darauf programmiert, mit der Sonne aufzustehen, und die Reflektion des Himmels gibt diesem Licht seinen Namen. Die Sekretion von Melatonin wird dadurch beeinflusst, die eng mit dem Schlaf verbunden ist. Tatsächlich ist es möglich, dieses Licht nachzubilden und einen Raum damit auszustatten, um Wachheit und Konzentration zu fördern, was Fehler um 30% reduziert, wie einige Untersuchungen zeigen.


Ernährung


Die Chronobiologie wird heute eingesetzt, um den Erfolg von Krebsbehandlungen, insbesondere des Verdauungssystems, bei Alzheimer und Diabetes, zu unterstützen. Da das Gleichgewicht unserer idealen Tagesrhythmen aus vielen Gründen verloren gegangen ist, helfen wir unserem Körper nicht dabei, seine Arbeit richtig zu tun. Tatsächlich wird der Ausbruch von Diabetes durch schlecht regulierten Schlaf begünstigt, und Studien haben einen Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung zwischen den Risiken von Fettleibigkeit und Diabetes und übermässigem Schlaf festgestellt. Die Ernährung ist eng mit unserem Lebensrhythmus verbunden, und jeder Mensch hat seine eigenen morphologischen Bedürfnisse, Essgewohnheiten und einen bestimmten Chronotyp. Wenn sich herausstellt, dass von den drei traditionellen täglichen Mahlzeiten die erste die reichhaltigste und die letzte die leichteste sein sollte, um das Aussehen und die Qualität des Schlafs zu fördern, können wir, wenn wir unseren Tagesrhythmus an unseren eigenen Chronotyp anpassen, nicht mehr über Frühstück, Mittag- und Abendessen sprechen. Die Person, die genetisch bedingt spät aufstehen soll, wird z.B. um 11:30 Uhr nicht frühstücken und um 13:00 Uhr wieder essen. Darüber hinaus variiert die ideale Anzahl von Mahlzeiten auch je nachdem, was man isst, bis zu fünf Mahlzeiten pro Tag bei einer eher vegetarischen Ernährung.



Fazit


Die von COVID-19 erzwungene Fernarbeit sorgt für einige Verwirrungen, weil die meisten Institutionen einfach nicht darauf vorbereitet sind...und die Mehrheit der Angestellten auch nicht. Es wird wahrscheinlich eine Vorher-Nachher-Krise bei der Heimarbeit geben. Durch das Fehlen eines Rahmens, der zunächst schwierig zu handhaben erscheint, weil er uns zwingt, unsere Komfortzone zu verlassen, sollten wir nicht aus den Augen verlieren, dass die menschliche Sozialuhr nur für einen winzigen Teil der Bevölkerung wirklich angepasst ist, denn der so genannte "normale" Chronotyp ist derjenige, der Menschen betrifft, deren ideale Weckzeit um 8.30 Uhr ist. Das ist genau die Grenze der üblichen Freizeit in der Industrie. Wenn man also nicht die Gabe der Omnipräsenz besitzt, ist es schwierig, gemütlich aufzuwachen, morgens wie geraten reichlich zu essen, um reaktiv und konzentriert zu sein, während man zu dem Zeitpunkt mit der Arbeit beginnt, an dem man die Augen öffnen sollte. Dies, ohne zu vergessen, dass im Idealfall mehr als 25% der Bevölkerung noch später aufwachen sollten und dass es ein Privileg ist, in der Schweiz um 8.30 Uhr beginnen zu können. Fernarbeit ist daher eine ausgezeichnete Möglichkeit, dieses Problem zu verringern.


Durch die vielen Filme und Serien, die sich mit dem Thema der neuen Technologien und ihren Folgen befassen, können wir uns leicht in eine Zukunft projizieren, in der alles aus der Ferne gemacht würde und jeder Herr/Frau seines Alltagslebens würde. Freuen wir uns also darauf, dass wir endlich unseren Chronotypen entdecken und nutzen können, um nicht nur effizienter, sondern auch glücklicher und gesünder zu sein.


Roenneberg, T., Kuehnle, T., Juda, M., Kantermann, T., Allebrandt, K., Gordijn, M., & Merrow, M. (2007). Epidemiology of the human circadian clock. Sleep medicine reviews, 11(6), 429-438

http://www.inexplique-endebat.com/2015/10/chronobiologie-l-homme-et-ses-rythmes.html


https://www.planetesante.ch/Magazine/Addictions/Hyperconnectivite/Sommeil-et-ecrans-la-lumiere-bleue-a-l-origine-de-nos-nuits-blanches


https://www.santemagazine.fr/sante/maladies/maladies-neurologiques/sommeil/les-effets-negatifs-dun-exces-de-sommeil-171938


https://www.maxisciences.com/sommeil/pourquoi-se-sent-on-fatigue-apres-une-longue-nuit-de-sommeil_art33123.html


https://fr.wikipedia.org/wiki/Chronotype


Alle oben genannten Quellen wurden zuletzt am 27. März 2020 besucht.


Übersetzung von Dejan Milic

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